Studien- und Berufsinformation durch Ehemalige am HEG

bointro

Das Internet bietet uns viele Informationen. Doch leider auch zu viele!!!!!!!!!!!! 

Etwas Licht ins Dunkel der Informationsfülle bringt diese Veranstaltung unseren Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 10 bis 12. Der Weg zum richtigen Beruf, der Zufriedenheit bietet, ist für den einen oder anderen ein sehr langwieriger. Den Abschluss des BO-Jahres bildet für die SchülerInnen die traditionelle Veranstaltung „Studien- und Berufsinformation durch Ehemalige“.  

Sehr auffällig war, dass die teilnehmenden Referentinnen und Referenten für das, was sie machen, total „brennen“. Wenn dann dieser Funke auch auf die Zuhörer überspringt und wir ihnen mit dieser BO-Veranstaltung den Weg zur beruflichen Entscheidung öffnen konnten, …… 

Zu Beginn der Studien- und Berufsinformationsveranstaltung 2017 informierte der studentische Mitarbeiter Christian Wapenhensch und Frau Faltin von Europe direct Lüneburg in einem ca. 50 minütigen Vortrag über geförderte Wege ins europäische Ausland. Europe direct ist offizielles Mitglied im Europe Direct Informationsnetzwerd der Europäischen Union und fungiert als Schnittstelle zwischen BürgerInnen und der EU auf lokaler Ebene. Herr Wapenhensch referierte zu den verschiedenen Möglichkeiten wie Praktika, Freiwilligendienste, Studium, Jobben und Ausbildung im Ausland.  

Der großer Vorteil des europäischen Freiwilligendienstes ist, dass alle Kosten übernommen werden. Jedoch muss man ein Jahr Vorlauf für die Bewerbung rechnen. 

Weltwärts (entwicklungspolitscher Dienst), kulturwärts (kutureller Dienst) und IJFD übernehmen nur Teilkosten. Zudem muss man sich einen Förderkreis aufbauen und eine Entsendeorganisation suchen. Eventuell benötigt man auch noch ein Arbeitsvisum. 

Bei work & travel, workaway (einfache Plattform-Bewerbung mit sehr flexible Einsatzzeiten) und workcamps (2-4 Wochen) muss man alle Kosten selber tragen. 

Europäischer Solidaritätskorps ist eine Bewerbungsplattform. Der Bewerber erstellt sein Profil und Interessierte melden sich beim Bewerber. 

Praktika sind immer gut und sinnvoll. Im Anschluss stellten unsere SchülerInnen Fragen und erhielten Infomaterial. 

Alexander Zienau (Wirtschaftsingenieurwesen / Logistik / Aufenthalt in Göteborg) 

Alexander Zienau kommt mit vielen Eindrücken aus Göteborg angereist. Die Schweden sind in der Digitalisierung sehr viel weiter als in Deutschland. Im Bereich „Supply Chain Management“ (Logistik) stellt er Logistik-Netzwerkebenen und die neuesten Logistik-Trends vor. Hinter „smart factories“ verbirgt sich die automatisierte Produktion mit Befehlsstruktur. Es geht u.a. um die Optimierung der Lagerhaltung und globale Lieferketten unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit. Gerade vor und nach! Weihnachten ist die logistische Herausforderung (z. B. für Paketdienste) sehr groß.  Nach seinem Bachelor-Studium der Wirtschaftswissenschaften, die die Schnittstelle zwischen Technik und Wirtschaft darstellt, informiert er auch über das Studium und die Möglichkeiten des Logistik-Masterstudiengangs. 

Björn Dauven (Politikwissenschaft / Studium der Soziologie) 

Björn Dauven begeisterte sich nach dem Abitur für das Studium der Politikwissenschaft. Unseren Schülerinnen und Schülern brachte er seine Erkenntnis mit, dass man im Laufe des Studiums auch seinen Schwerpunkt verändern kann. Im Fachbereich der Soziologie hat er seine Berufung gefunden. In diesem Studiengang ist es notwendig, für eine Befragung bestimmte Kriterien zu wählen/ festzulegen, um Operationalisierungen durchführen zu können. Je nach Items ist es eine quantitative oder qualitative Befragung. Gerade diese Herausforderung motiviert Björn. Beide Studiengänge verstehen sich im Kontext als Sozialwissenschaft. 

Stefanie Kayser & Imke Rabiega (Fashion Design / Modedesign & Modejournalismus) 

Für künstlerisch interessierte SchülerInnen war dieser Beitrag ein muss!  

„Fang früh genug mit der Erstellung der Bewerbungsmappe an. Es sind immer Originale, die du abgibst“. Neben einem auffallenden Motivationsschreiben sind gute Englischkenntnisse in dieser Branche sehr wichtig. Der praktische Eignungstest umfasst eine Woche praktisches Arbeiten und eine Hausaufgabe, für die man 48 Stunden Zeit hat. Im Bewerbungsgespräch ist das Grundwissen über Mode und die Uni unabdingbar. Die Berliner Hochschule ist auf die Praxis ausgerichtet. Die Privatschule kostet zurzeit 650 € Gebühr, es gibt aber auch viele Stipendien. Studieninhalte sind u.a. 2D- und 3D-Zeichnungen anfertigen, Aktzeichnen, Farblehre, Modetrends, Kostümgeschichte und  Kollektionsentwicklung. Die Berufschancen sind vielfältig z.B. als Stylist, Textildesign, für Zeitschriftenarbeiten. 

Beim Studiengang Modejournalismus sind zurzeit Berlin (Akademie Mode & Design, amd) und Leipzig angesagt. Neben dem Modul Journalismus sind u.a. Styling, PR, Marketing, EDV, visuelle Kommunikation zu belegen. Inspirationen schöpft man aus Zeitschriften wie Vogue, Elle, Bazaar…. Die Dozenten kommen alle aus der Praxis, sodass durch diese Kontakte gute Vermittlungsmöglichkeiten für Praktika, je zwei von sechs Monaten, und Jobs sich ergeben. Das Bewerbungsverfahren ist kompliziert. Studiengebühren werden auch fällig. Stipendien sind möglich, man muss sich nur frühzeitig kümmern. 

Amelie (Geschlechterforschung, europäische Ethnologie) 

Amelie reiste mit „kulturweit“ nach Slowenien. Nicht viele junge Leute verbringen ihr Auslandsjahr im Südosten Europas. Wir lernen am HEG neben der deutschen Sprache noch eine zweite Weltsprache (englisch). Amelie hat in ihrer Zeit in Slowenien auch slowenisch gelernt. In Seminaren wird sich die Frage nach Privilegien gestellt. „Wo bin ich privilegiert?“, z.B. durch die Hautfarbe, das Geschlecht, in der Sexualität. Thema im Seminar ist auch der Antiziganismus: Dies ist ein Wort für Sinti und Roma, die als Zigeuner stigmatisiert werden. Die Organisation „kulturweit“ sponsert auch Sprachkurse mit dem Ziel, miteinander auf Augenhöhe zu arbeiten und nicht von oben herab. Dies geht aber nur, wenn man die Sprache kann.  

Lisa Sophie Kersten (Studium der molekularen Biologie / Bio-Informatik) 

„Molekulare Biologie hat bei weitem nicht nur mit Biologie zu tun, sondern auch große Anteile an Chemie sowie mit kleineren Anteilen auch Physik und Mathematik. Das unterschätzen einige, so dass die hohen Abbruchquoten (ca. 50%) einerseits darauf, aber auch andererseits auf die unzureichende Bereitschaft zum kontinuierlichen Arbeiten und die Vorbildung zurückzuführen sind.“ Lisa fühlte sich durch ihre Leistungsfächer Biologie und Chemie am HEG sowohl von den Inhalten als auch von den erlernten Arbeitstugenden gut auf ihr Studium vorbereitet. Für sie hat sich die Studienwahl als genau die richtige erwiesen, und mit der Schwerpunktbildung im Bereich der Bioinformatik ab ihrem 5. Semester hat sie sich besonders motiviert in die Vorbereitung auf die Etappenziele Bachelorarbeit und Masterstudium begeben.  

Lisa veranschaulichte ihr Studium mit konkreten Beispielen aus dem Grundstudium – Prozess der Klonierung bei der Vitamin C-Produktion in einem Zielorganismus – und ihrem Schwerpunkt – Nutzen von Wellenfunktionen, um 3D-Abbildungen von Makromolekülen  zu erzeugen: Ankoppelung von Antikörpern an Enzyme. 

Mit ihrer Wahl der Westfälischen Hochschule Recklinghausen ist Lisa sehr glücklich, denn sie findet die Betreuungssituation durch die Professoren optimal, schätzt die familiäre Atmosphäre, den entspannten Wohnungsmarkt, die Erreichbarkeit aller anzusteuernden Orte innerhalb von höchstens 10 Minuten, andererseits die zentrale Lage zwischen den nahen Zentren Essen, Dortmund, Bochum und Düsseldorf. 

Natürlich schloss sich ein Ausblick auf die beruflichen Möglichkeiten nach dem Studium ebenso an wie die Themen Klausuren sowie Praktika innerhalb des Semesters und in den Semesterferien. „Seid gut in Englisch!“ gab Lisa den fast 40 Zuhörern mit auf den Weg, und Lisa möchte zwischen Bachelor und Master ein Auslandsjahr einschieben, u.a. um sich in dieser Sprache weiterzuentwickeln. 

Stefan Dreyer (Bewerbungsverfahren und Studium bei der Polizei) 

Stefan Dreyer begann nach dem Abitur sein Studium an der Polizeiakademie des Landes Niedersachsen in Oldenburg. Als frischgebackener Polizeikommissar im Einsatz- und Streifendienst begann er nun in der Polizeiinspektion Heidekreis (Soltau) seinen Dienst. Voraussetzungen für das Studium sind die Fachhochschulreife/Hochschulreife mit mindestens fünf KMK-Punkten in Deutsch und Mathematik, die Fahrerlaubnis der Klasse B, ein Maximalalter von 31 Jahren, das Jugendschwimmabzeichen in Bronze und eine Mindestkörpergröße, bei Frauen 163 cm und bei Männern 168 cm (mit -4 cm Abweichungen möglich). Der Vorteil der regionalisierten Einstellung ist, dass der spätere Einsatzort dann die Polizei-Dienststelle in der Region wird. 

Viele Interessierte meldeten sich noch zu weiteren Fragen. Einige SchülerInnen hatten sich schon für diese Ausbildung entschieden. Andere wurden nun durch den Vortrag  motiviert, sich für das Studium bei der Polizei zu entscheiden. 

Van Nguyen (Kulturwissenschaft / Wirtschaftspsychologie / Stipendium Heinrich-Böll-Stiftung) 

Van Nguyen stellte in pointierter Weise ihr Studienfach Kulturwissenschaft als klassisches Weltver- steher-Studium vor. Ihre Verweise auf ihr Nebenfach Wirtschaftspsychologie zeigten den Zuhöhrern  und Zuhörerinnen die mögliche Vielfalt dieser Studienwahl. Wichtig war der Referentin der Hinweis auf die persönlichen Voraussetzungen, die ein Interessierter an diesen Fächern bzw. grundsätzlich mitbringen sollte. Die Referentin verwies in den weiteren Ausführungen auf die Chancen eines Auslandssemesters. Hilfreich waren im Anschluss dieser Vorstellung die Hinweise auf Fördermöglichkeiten / Stipendien und deren Vergabekriterien. Leistung, Passung und Engagement müssen passen.  Und an die Schüler und Schülernnen der Jahrgangstufe 12: Wenn ein Förderwerk schon ab dem ersten Semester fördert, dann schon jetzt bewerben.  

Nemanja Grahovac (FSJ im CJD / Sozialpädagoge im „Sprint“Projekt) 

Nemanja Grahovac gesteht sich selber ein, dass er nicht sofort wusste, was er nach der Schule machen sollte. Ein glücklicher Zufall führte ihn zum CJD. Es war noch ein FSJ-Platz frei. Diese Chance ergriff Nemanja. Vier Bausteine umfasst das FSJ seiner Meinung nach: Selbstständigkeit entwickeln, berufliche Orientierung, Strukturen der Arbeitswelt erleben und Erwerb von Sozialkompetenz. Bausteine, die er in seiner jetzigen Tätigkeit im Sprint-Projekt gut anwenden und an junge Menschen mit Migrationshintergrund weitergeben kann. 

Doris Schulz (Bauingenieurwesen) 

Doris Schulz gibt unseren SchülerInnen den hilfreichen Tipp:“Macht vor dem Bauingenieur-Studium ein einjähriges Praktikum“. Zum einem muss man ein Praktikum vorweisen und zum anderen ist es auch eine Entscheidungshilfe, ob der eingeschlagene Weg auch der richtige ist. Auch während der Schulzeit kann man in den Ferien ein freiwilliges Praktikum absolvieren. Bei der Bewerbung hebt das den Bewerber von der Masse ab. Bauingenieure setzen die Ideen der Architekten um. Im Studium ist  neben Mathematik auch Statistik, Materialkunde, BWL, Baurecht u.s.w. wichtiger Modulbestandteil. Auch schon während des Studiums ist es vorteilhaft in einem Planungsbüro zu jobben. Viele Praktika ermöglichen vielfältige Erfahrungen, die im Berufsleben dann notwendig und sinnvoll sind.  

Doris Schulz plant, demnächst eine Werkstudententätigkeit in einem Bauunternehmen zu beginnen. 

Nikola Medak (Gesundheitsmanagement, Health Care Management) 

Nikola Medak hätte sich in seiner Schulzeit noch nicht vorstellen können, dass ihm die Gesundheit der Bevölkerung so wichtig werden könnte. Zwar wird in den Fächern Biologie und Sport viel Wert auf das Thema Gesundheit gelegt, doch „nimmt man es als SchülerIn oft nur so mit“. Heute explodiert Nikola für diesen Studiengang und ist der Überzeugung, dass man eine extrovertierte Person sein und ein gewisses Standing mitbringen sollte. Zudem auch keine Angst davor zu haben, sozialpolitische Maßnahmen zum Zweck der Erhaltung und Förderung der Gesundheit der Bevölkerung zu organisieren. Während des Studiums erweiterte er seine Kompetenzen und entwickelt nun selbständig Projekte. Zurzeit ist der NC bei 2,1, aber es werden auch Studienplätze verlost. Studienmodule sind u.a. Medizin, BWL, Gesundheitswissenschaft, VWL, Psychologie und Qualitätsmanagement.  

Lena Köllner (Handel und Logistik – Studium, Dissertationsprojekt) 

Lena konnte interessante Einblicke in die Möglichkeiten geben, wie sich auf dem beruflichen Weg immer wieder Verzweigungen und neue Möglichkeiten ergeben.  

Was macht man nach dem Abitur?  Für Lena führte der Weg nach einer aufregenden Bewerbungszeit schließlich nach Hannover. Innerhalb der Minimalzeit von 5 Jahren absolvierte sie ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften einschließlich des Master-Abschlusses. Die Jahre waren nicht einfach, aber im Rückblick hat Lena sie sehr genossen: „Es waren die besten Jahre!“ Dass von 450 Startenden in der Anfängervorlesung nur ca. 150 am Ziel ankommen würden, prophezeiten gleich am Anfang die Professoren, und zum Glück tauchen die größten Hürden bereits gleich am Anfang des Studiums in Gestalt von „viel Theorie“ und „viel Mathematik“ auf. 

Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden, die zum Gelingen dieser traditionellen Veranstaltung beigetragen haben. Sie kamen aus Berlin, Dresden, Göteborg, Göttingen, Lüneburg, Recklinghausen, Suderburg, Uelzen und Zwickau.  

Wir wünschen allen HEG-lern und HEG-Interessierten ein gesundes Jahr 2018.                                                                                                            

HK

Hier noch einige Impressionen:

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